434 Kieze, 96 Stadtteile, 12 Bezirke: eine Stadt.

Erfahren Sie mehr über Berlins Bezirke. Die meisten Bezirke haben dabei mehr Einwohner als manch eine Großstadt im Bundesgebiet. Und genauso abwechslungsreich sind die Bezirke selbst.

Erfahren Sie mehr über die einzelnen Stadtteile, deren beliebstesten Ecken und manch interessantes Detail.

Die Serie über die Berliner Bezirke ist im ImmobilienJournal erschienen.

Charlottenburg-Wilmersdorf

Charlottenburg-Wilmersdorf ist für vielerlei bekannt, natürlich auch für die diversen Shoppingmöglichkeiten am Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße. Hier findet man für jeden Geldbeutel, von H&M bis hin zu Luxusboutiquen wie Chanel, alles was das Herz begehrt. Auch die zahlreichen Cafés, Bars und Restaurants rund um den Savignyplatz sind fast jedem ein Begriff, aber auch das kulturelle Angebot an Theater, Kabaretts, Museen und Opern, sowie Großveranstaltungen im Berliner Olympiastadion ziehen täglich tausende Personen in den Großbezirk.

Charlottenburg-Wilmersdorf ist ebenfalls als bedeutender Wissenschafts- und Forschungsstandort zu beurteilen, denn nicht nur Universitäten, wie die TU oder die Universität der Künste und das Heinrich-Hertz-Institut der Frauenhofer-Gesellschaft haben sich hier angesiedelt. Berlinbesucher kennen in Charlottenburg das Messegelände mit ca. 160.000 m² Ausstellungsfläche, das Internationale Congress Centrum (ICC), das größte seiner Art in Europa, und den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Das ICC soll ab 2014 für knapp 2 Jahre geschlossen und dann umfassend saniert werden. Für diesen Zweck wird die Deutschlandhalle abgerissen und an ihrem Standort wird eine neue Kongresshalle errichtet. Viele weitere Unternehmen haben Charlottenburg-Wilmersdorf als Standort auserkoren und es sollen noch weitere folgen, sodass der Bezirk weiter an Bedeutung als Wirtschaftsstandort gewinnen wird - und das nicht nur, weil hier die IHK und das Handelsregister beheimatet  sind.

Charlottenburg - mehr als nur Ku'Damm

Wo so viel studiert, geforscht und gearbeitet wird muss man aber natürlich auch wohnen können. Charlottenburg bietet vom Gartenstadtcharakter bis hin zum Großstadtleben alles. Ruhleben und Eichkamp sind Ortsteile mit dem bereits erwähnten Gartenstadtcharakter und lassen ein naturnahes, ruhiges und trotzdem hochwertiges Leben zu. Eichkamp zählt sogar beim Sozialindex zu den Top-Ten-Wohnlagen Berlins. Die Stadtteile Westend und das Gebiet um die Heerstraße sind reine Wohngegenden und Villenviertel. Die Heerstraße bietet zu beiden Seiten edle Villen, wobei einige Adressen südlich der Heerstraße sogar zu den nobelsten Berlins zählen. Westend war einst besonders bei Prominenten beliebt, da das Villenviertel gleichzeitig ein angenehmes, ruhiges Wohnen und doch die Nähe zur City ermöglicht. So unterschiedlich die Areale um den Lietzensee und den Kurfürstendamm auch seien mögen, so zählen beide zu den Top-Adressen, wenn es um das Wohnen in Berlin geht. Lietzensee besticht durch die naturreiche Umgebung und Wohnungen mit direktem Blick auf den See sind selbstverständlich heiß begehrt, jedoch kaum noch zu ergattern und wenn, dann zu exorbitanten Preisen, die aber dann auch gern gezahlt werden. Wer hier wohnt, zieht auch nur ungern wieder weg.

Wer eher den Großstadttrubel mitten in der City sucht, zieht in eine großzügige, edle Wohnung in einem der sanierten Altbauten am Kurfüstendamm oder dem Savignyplatz. Der Ortsteil Charlottenburg selbst steht neben dem Schloss für das gutbürgerliche Leben im alten Berliner Westen. Die Straßen sind vornehmlich durch sanierte Altbauten und neuere Wohnhäuser geprägt. In manchen Straßenzügen findet man sogar noch liebevoll gestaltete Vorgärten vor herrschaftlichen Gründerzeitbauten. 

Rund um's Schloss

Das nördliche Charlottenburg ist für Familien mit dem nicht ganz so riesigen Geldbeutel genau das Richtige, um trotzdem in einem angenehmen Wohnviertel zu leben. Der Volkspark Jungfernheide ist quasi direkt vor der Tür und wer mag, findet bestimmt in einer der Laubenkolonien noch ein kleines Grundstück für die Wochenenden. Das östliche Charlottenburg grenzt an Moabit und zählt mit einer Mischung aus Wohnen und Gewerbe nicht zur 1A-Wohnlage im Bezirk.

Auch Wilmersdorf hält für verschiedenste Lebens- und Wohnsituationen das passende Angebot bereit, wenn auch stets im gehobenen Standard. Die Wohnfläche im Stadtteil ist von Natur aus etwas knapper, denn fast 50 Prozent der Fläche werden von Wald- und Wasserflächen eingenommen. In keinem anderen Teil Berlins ist die Immobiliennachfrage höher und die Leerstandsquote geringer. In Wilmersdorf liebt man es großzügig, auch wenn die Kaufpreise nirgends in Berlin höher sind als hier. Solvente Mieter und Wohnungseigentümer leben in erstklassigen Neubauten oder top sanierten Altbauten, ob am Olivaer-, Rüdersheimer-, Prager- oder Ludwigkirchplatz scheint dabei eher eine Frage der Nuancen. Selbst die alten Miethauskasernen Wilmersdorfs sind nicht mit denen im Prenzlauer Berg oder Kreuzberg zu vergleichen, denn die Fassaden sind prunkvoll gestaltet, die Wohnungen großzügig geschnitten und die Vorgärten sehr gepflegt.

Schmargendorf hingegen wirkt eher kleinstädtisch. Von kleineren Miethäusern, über Kleingartenkolonien bis hin zu schlichten Ein- bzw. Mehrfamilienhäusern ist hier alles zu finden und vor allem noch bezahlbar. Auch die Wohnungen am S-Bahnhof Halensee, die sich in einem der sich abwechselnden Alt- oder schlichten Neubauten befinden, sind preislich legitim und erschwinglich. Im Gegensatz dazu stehen die sich ebenfalls in Halensee befindlichen freistehenden Villen und prunkvollen Miethäuser. Sie zählen zu den begehrtesten und teuersten Wohnlagen Berlins, wie fast jeder Ortsteil im Großbezirk. Besonders die diversen Grünanlagen in Halensee machen den Stadtteil zu einem sehr attraktiven für Familien. 

Berlins gute Stube

Übertroffen wird diese Lebensqualität nur noch von Grunewald. Um die Königsallee herum sind vor allem hochherrschaftliche Villen aus der Zeit um 1900 prägend, wobei sie größtenteils nur noch gewerblich genutzt werden. Die neueren Bauten, wie zum Beispiel die aus den 1960er Jahren, sind eher funktional gestaltet, wohingegen sich Stadtvillen aus den 1980er Jahren moderner Formensprache annehmen oder  auch der umgebenen Bebauung anpassen. Die Lage ist es, die den Ortsteil ausmacht. Natur und die Westberliner City sind gleichermaßen schnell zu erreichen, man lebt hier abgeschieden und in seiner eigenen Welt unter sich, jedoch immer noch nah am pulsierenden Leben der Stadt. Nicht von ungefähr zählt Grunewald zu den beliebtesten und teuersten Ecken Berlins.

Hier wohnen bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft oder Kultur direkt neben den sehr gut verdienenden Ärzten oder Rechtsanwälten. 

Das hat natürlich auch seinen Preis. Wer in Grunewald eine Wohnung oder ein Haus erwerben möchte, kommt dabei selten unter einen Kaufpreis von 3.500€ pro Quadratmeter. Seit 2009 hat das Kaufpreisniveau in der Region eine Entwicklung von über 20 % aufwärts gemacht. Nicht ganz Schritt halten konnte die Entwicklung der Mietpreise, die größtenteils zwischen 10 und 20 % zulegten, sodass eine Nettokaltmiete von 12 bis 35 Euro/m² zu entrichten ist. Im restlichen Charlottenburg-Wilmersdorf konzentriert sich das Angebot fast ausschließlich auf Eigentumswohnungen, die es zumeist ab 2.000 Euro/m² zu kaufen gibt. Das gilt selbst für exponierte Lagen am Kurfürstendamm oder an der Spree, auch wenn in diesem Preisniveau Abstriche bei der Wohnungsqualität hingenommen werden müssen. Das Mietpreisniveau schwankt zwischen  sieben Euro in den nördlichen Wohngebieten und 12 Euro Nettokaltmiete je Quadratmeter in Ku’damm-Nähe.

Wer eine ruhige, naturumgebende und trotzdem citynahe Wohnung oder ein Haus sucht und etwas tiefer in den Geldbeutel greifen kann, sollte in Charlottenburg-Wilmersdorf fündig werden.

Charlottenburg-Wilmersdorf im Vergleich

Übersicht

Charlottenburg-Wilmersdorf

Berlin

Abweichung

Fläche*

64,7 km²

891,8 km²

7,3%

Einwohner*

312.184

3.371.212

9,3%

Einwohnerdichte

4.825/km²

3.780/km²

+27,6%

Einkommen²

975€/mtl.

885 €/mtl.

+10,2%

Arbeitslosenquote

12,0%

13,6%

-11,8%

Migrantenanteil³

33,9%

25,5%

+32,9%

Ausländeranteil

19,2%

13,5%

+42,2%

Kriminalität⁴

16.414

14.494

+13,2%

Quelle: Statistisches Landesamt Berlin, Daten per 30.06.2010

  • * statt Abweichung Anteil; 
  • ² verfügbares Pro-Kopf-Einkommen
  • ³ dt. Einwohner mit Migrationshintergrund und Nicht-Deutsche
  • ⁴Straftaten je 100.000 Einwohner (2009)

Wissenswertes und Unbekanntes

  • Wer kennt nicht den Evergreen „Marmor, Stein und Eisen bricht“? 1965 kam das Lied von Drafi Deutscher in die Charts. Was viele nicht wissen, Drafi Deutscher wurde im Mai 1946 in Berlin Charlottenburg geboren.
  • Kurz nach dem Tod Sophie Charlottes erhielt die Siedlung gegenüber dem Schloss Lützenburg am 5. April 1705 von Friedrich I. den Namen Charlottenburg.
  • In Grunewald leben 3 % der Bevölkerung des Bezirks auf mehr als einem Drittel dessen Gesamtfläche.
  • Im April 2011 konnten am Ku´damm stündlich 8.145 Passanten gezählt werden. (Quelle: Jones Lang LaSalle)
  • Das „Opernviertel“ rund um die Bismarckstraße ist abends einen Besuch wert, egal ob Deutsche- oder Staatsoper.