Zwangsversteigerung

Sogenannte Zwangsversteigerungsverfahren sind leider auch im Bereich der genossenschaftlichen Bankinstitute notwendig, wenn die Pflichten eines Kreditnehmers aus einem geschlossenen Kreditvertrag nicht mehr erfüllt werden. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Kreditnehmer nicht mehr in der Lage ist, seine Verpflichtung zur Zins- und Tilgungszahlung zu leisten. In diesen Fällen sind wir im Sinne des Kunden und im Hinblick auf unsere Bankteilhaber gezwungen, die an der Immobilie bestellte Sicherheit bestmöglich zu verwerten. Der dafür vorgeschriebene Weg ist das im Zwangsversteigerungsgesetz (ZVG) geregelte Zwangsvesteigeurngsverfahren.

Immobilienangebote im Zwangsversteigerungsverfahren

Wenn Sie sich für eine von uns angebotene Immobilie im Zwangsversteigerungsverfahren interessieren, erhalten Sie selbstverständlich gerne unser Kurzexposé mit weiteren Angaben. Beachten Sie bitte, dass i.d.R. keine weiteren Informationen zu der Immobilie, als hier veröffentlicht, vorliegen. Das Exposé enthält die Objektinformation, die Angabe des Versteigerungstermins und des -ortes. Auch ist, anders als bei regulären Immobilienangeboten, eine Innenbesichtigung des Objektes regelmäßig nicht möglich.

Aktuelle Zwangsversteigerungen

Die BVBI betreut auch Immobilien in der Zwangsversteigerung. Wenn Sie sich für den Erwerb einer Immobilie im ZV-Verfahren interessieren, erhalten Sie einen Überblick über alle aktuell betreuten Objekte durch einen Klick auf die Seite

ZV-aktuell

wichtige Begriffe

Um Ihnen als Interessent den Weg zu einer Immobilie aus einer sogenannten Verwertung zu erleichtern, finden Sie nachfolgend eine kurze Erläuterung zu den wichtigsten Begriffen.

Verkehrswert

Der Verkehrswert wird von einem unabhängigen, gerichtlich bestellten Gutachter ermittelt und vom Amtsgericht zur Einsichtnahme ausgelegt.

Versteigerungstermin

Im Versteigerungstermin werden den interessierten Bietern die Objektdaten, wie z.B. der Einheitswert zur Bestimmung der Höhe der Grundsteuer, eventuelle Baulasten, Auflagen oder Beschränkungen sowie die Versteigerungsbedingungen und das geringste Gebot bekannt gegeben. Das geringste Gebot ist nicht automatisch mit dem Verkehrswert gleichzusetzen sondern errechnet sich aus dem Bargebot und den bestehen bleibenden Rechten und wird vom Gericht im Termin bekanntgegeben. Erst ab Erreichen des geringsten Gebots kann ein Zuschlag erteilt werden.

Sicherheitsleistung

Üblicherweise ist für die Wirksamkeit eines Gebots eine Sicherheitsleistung vom Bieter zu hinterlegen, die in der Regel 1/10-tel des Verkehrswerts beträgt. Die Bietsicherheit kann unter anderem in Form eines Landeszentralbankschecks oder eines Verrechnungsschecks erbracht werden. Letzterer muss „von einem im Geltungsbereich des Zwangsversteigerungsgesetz zum Betreiben von Bankgeschäften berechtigten Kreditinstitut ausgestellt und im Inland zahlbar sein“. Sowohl der Landeszentralbank- als auch der Verrechnungsscheck dürfen frühestens drei Tage vor der Versteigerung ausgestellt sein. Darüber hinaus ist auch eine Überweisung auf ein Konto der Gerichtskasse möglich, wenn die Sicherheitsleistung vor dem Versteigerungstermin auf dem Konto der Gerichtskasse gutgeschrieben ist und ein schriftlicher Nachweis über die Gutschrift im Versteigerungstermin vorliegt. Der Nachweis der Kontobelastung reicht als Bestätigung der Zahlung nicht aus.

Zuschlag

Mit Erteilung des Zuschlags im Versteigerungstermin oder in einem späteren Verkündungstermin erwirbt der Ersteher das Eigentum außerhalb des Grundbuchs an dem Grundstück. Die Eintragung im Grundbuch ist nur noch berichtigender Natur. Mit der Wirksamkeit des Zuschlags gehen auf den Ersteher Nutzen und Lasten über. Er tritt mit dem Zuschlag auch in bestehende Miet- und Pachtverhältnisse ein. Nach der Erteilung des Zuschlags bestimmt das Gericht ein Termin zur Verteilung des Versteigerungserlöses der durch Überweisung auf das Konto der Gerichtskasse zu leisten ist. Der Betrag muss vor dem Termin auf dem Konto der Gerichtskasse gutgeschrieben sein und der Nachweis darüber muss ebenfalls im Termin vorliegen.

Kosten

Mit dem Zuschlag fallen für den Ersteher weitere Kosten an. Dazu zählen u. a. die Grunderwerbsteuer in Höhe von je 6 Prozent in Berlin und 6,5 % in Brandenburg auf das Meistgebot. Desweiteren ist das Meistgebot abzüglich der auf dem Konto der Gerichtskasse hinterlegten Sicherheitsleistung für die Zeit zwischen dem wirksamen Zuschlag und dem Verteilungstermin mit ca. 4 Prozent zu verzinsen. Darüber hinaus kommen auf den Ersteher die Kosten des Zuschlags in Höhe einer halben Gerichtsgebühr auf das Meistgebot, die Gebühren für die Eigentumsumschreibung und eine etwaige Eintragung einer Grundschuld zu.

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Hinweise zur Räumung und Herausgabe

Grundsätzlich kann der Ersteher mit dem Zuschlagsbeschluss die Räumung eines Grundstücks oder die Herausgabe einer versteigerten Sache verlangen. Dies ist immer dann bedeutsam, wenn das Grundstück vom bisherigen Eigentümer selbst genutzt wird und dieser sich weigert zu räumen. Der neue Eigentümer kann direkt aus dem Zuschlagsbeschluss die Räumungsvollstreckung und die Zwangsvollstreckung zur Herausgabe der mit ersteigerten beweglichen Sachen betreiben. Mit der Wirksamkeit des Zuschlagsbeschlusses kann außerdem die Beauftragung des Gerichtsvollziehers erfolgen. Gegenüber dem Mieter bzw. Pächter steht dem Ersteher aus dem Zuschlagsbeschluss jedoch im Regelfall kein Räumungsanspruch zu. Hier bleibt es bei dem Grundsatz, dass der Erwerber einer Immobilie aus einer Zwangsversteigerung automatisch in die bestehenden Miet- und Pachtverträge eintritt. Bei sogenannten Eigenbedarfskündigungen empfehlen wir in jedem Fall die Hinzuziehung eines erfahrenen Fachanwalts.

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